Donnerstag, 4.7.

18:30

ERÖFFNUNG 25. poesiefestival berlin

What if we built it and the center held?

Kuppelhalle | 9/7 € Tickets

Jeden Sommer verwandelt das poesiefestival berlin die Stadt in einen Ort der Poesie. Das Festival macht zeitgenössische Dichtung in ihrer ganzen Formenvielfalt erlebbar und bringt Künstler:innen aus aller Welt auf die Bühne. Zum 25-jährigen Jubiläum eröffnet das Haus für Poesie das diesjährige poesiefestival mit einer besonderen Veranstaltung, um das internationale und kreative Berlin in einem vielfältigen Programm zu feiern.

Mit Beyer, Marcel, February, Logan, Heavenly, Zoncy, Korun, Barbara, rosé, ariel, Qrella, Masha

Freitag, 5.7.

10:00

Poets´ Corner in Prenzlauer Berg

Haikumaschine zum Anfassen

05.-15.07.2024 

Öffnungszeiten: Mi,Fr,So 10-15 Uhr 

Myzel, Hufelandstraße 33, 10407 Berlin | Eintritt frei

Ein Apparat, der wie ein Instrument gespielt wird: Bei Berührung eines goldenen Zylinders dichtet er jeweils einen zufälligen, akustischen Vers. Drei Berührungen ergeben ein Haiku. Mit Worten spielen, Dichtung anfassen und gestalten, gemeinsam mit dem Zufall: Der Myzel-Projektraum bietet passend zum Automaten eine Bühne für neue Formen, Begegnung und Partizipation. Mittwoch, Freitag und Sonntag, von 10 bis 15 Uhr, steht er Besucher:innen als freier Gedankenraum zur Verfügung.

 

Mit Bovée, Pascal

10:00

Poets´ Corner in Mitte

To Have Been A Part (Where Are We Today…)

05.-15.07.2024, ganztägig begehbar

Tresor (außen), Köpenicker Straße 70, 10179 Berlin | Eintritt frei

To Have Been A Part (Where Are We Today…) verwendet gesprochene Aufnahmen einer Auswahl von Kommentaren aus Online-Videos, die britische Raves der 1980er und 90er Jahre dokumentieren. Zusammen mit collagierten Klangelementen werden diese über einen Lautsprecher in Form einer ortsspezifischen Klanginstallation auf dem Gelände des Nachtclubs Tresor erfahrbar.

Mit Reid, Joshua, Payne, Ross Alexander

20:00

Poets´ Corner in Kreuzberg

geschmückt mit Initialen aus geschnitzten Wellen und Klippen und authentischen Gefühlen

Kotti-Shop Adalbertstr. 4, 10999 Berlin | Eintritt frei

Das Kottbusser Tor steht im Ruf, ein Raum der Möglichkeiten zu sein, ein Mythos, zugleich Wohnort, Arbeitsplatz und Verkehrsknotenpunkt, ein Mikrokosmos für sich. Vor dem Kotti-Shop, einem experimentellen non-profit Kunst- und Projektraum inmitten des Neuen Kreuzberger Zentrums, treten verschiedene künstlerische Positionen in einen Austausch mit diesem vielschichtigen Miteinander. Mit einer besonderen Aufmerksamkeit für Materialien und einem Gespür für Flächen oder für die sichtbaren und unsichtbaren Strömungen des Urbanen begegnen sich Körper, Text und Raum, überlagern und übersetzen einander, legen frei oder fügen hinzu, und reflektieren so eine Umgebung, in der sich alles ständig verwandelt; mit poetischen Überraschungsinterventionen  durch das Kotti-Shop-Team im gesamten Poets‘ Corner-Zeitraum. In dieser Zeit wird auch die Ausstellung Alles steuert der Blitz täglich ab 21 Uhr als Schaufensterprojektion an der Ladenfront zu sehen sein.

 

Mit Atibioke, Olufemi, Musa, Abdulkadir, Orbit, Reichhart, Johanna

21:00

Poets´ Corner in Kreuzberg

Alles steuert der Blitz

5.07-15.07 täglich ab 21 Uhr

Kotti-Shop, Adalbertstr. 4, 10999 Berlin | Eintritt frei

Sätze im Stadtraum als Schaufensterprojektion an der Ladenfront.

 

Mit Orbit

Samstag, 6.7.

11:00

Poets´ Corner in Schöneweide

unter der Sonne besehen bevorzugt das Wasser die Früchte

Novilla, Hasselwerderstr. 22, 12439 Berlin | Eintritt frei

Wir packen unseren Picknickkorb und warten neben Erdbeerkonfitüre und Johannisbeergelee auf die Ankunft der ersten Bienen, die sich vielleicht zu uns gesellen, wenn vier ganz unterschiedliche Stimmen diesen sommerlichen Tag für uns beginnen. Ab zehn steht der Garten der Novilla Besucher:innen offen, Platz zu nehmen und einem lyrischen Frühstück beizuwohnen.

 

 

Mit Pahlenberg, Marlies, Moiasse, Neutert, Natias, Bolte, Rike

15:00

Poets´ Corner in Neukölln

That used this here* - Workshop

15-18 Uhr

Upcycling, Hobrechtstr. 54, 12047 Berlin | Eintritt frei

Gemeinsam upcyceln wir alte Texte und schaffen eine Textskulptur. Wir kopieren, drucken, schneiden, schreiben, schreiben um, malen, kleben, weben und bringen alles in Bewegung – mit Materialien, die wir an diesem Tag bei UPCYCLING Neukölln finden. Wir forschen und experimentieren und tauschen uns darüber aus, was Upcycling für die Welt und für die Poesie bedeutet.

 

 

Mit Gotic, Katarina

20:00

Poets´ Corner in Neukölln

ihre kometenschweife weisen sie aus als phänomene der zukunft

WerkStadt, Emser Straße 124, 12051 Berlin | Eintritt frei

Unter dem Firmament einer interaktiven Sternenkarte durchqueren wir lunare bis lunatische Wortgebilde und vermessen in wechselnden Konstellationen den poetischen Raum. Wir erspähen den Mond und blinzeln die Sonne an. Wir warten auf Signale. Die Sterne wissen mehr als wir. Unser Blick imaginiert Figuren zwischen den Punkten und fragt sich, ob er liest oder schreibt. In unseren Aszendenten entdecken wir Hinweise auf unsere Mission. Wir verwechseln Anfang und Ende. Beim Zählen der Körner hoffen wir auf eine ungerade Zahl. Auch nachts zählen wir das Rote vom Himmel. Wir reden nicht mehr mit Fischen. Wir werden das hier jetzt alles neu konfigurieren.

 

Mit Arıbal, Çağla, Dorsch, Julia, Kuhn, Benedikt, Siglin, Christa, Westhaus, Jasper

Sonntag, 7.7.

18:00

Poets‘ Corner auf der Insel Eiswerder

a thin band of glue

Die Studios öffnen ab 15 Uhr

backsteinboot, Eiswerderstrasse 18 F, 13585 Berlin I 2€ (vor Ort)

Nicht immer steht der geschriebene Text allein. Manchmal wird er vom Bild oder der Fotografie begleitet, bedingt oder geprägt. Auch Klangbilder wohnen ihm inne. Passend zum Backsteinboot, einer Ateliergemeinschaft auf der historischen Insel Eiswerder, befragen wir an diesem Abend verschiedene Einflüsse und Materialien, die vor, während oder nach dem Schreiben zum Einsatz kommen. Frühes Kommen lohnt sich: Die Künstler:innen gewähren Einblick in ihre Studios und eine kleine Erfrischung in der Spandauer See gilt als Empfehlung des Hauses.

 

 

Mit Lütkewitz, Andrea, Mattheis, Liola Nike, Hundt, Marlene, Gotic, Katarina, Lukatsch, Wilma

Montag, 8.7.

10:00

Poetische Bildung: „Mähne schütteln, Monster striegeln“

Lyrikvermittlung für Kinder

10 – 17 Uhr (inkl. Pausen) / Haus für Poesie (Kulturbrauerei) 15/10 € Tickets

Diese Fortbildung wird ein Fest der Lyrik und ihrer Vermittlung an Kinder und Jugendliche. Wir werden neue deutschlandweite Projekte vorstellen, digitale Tools kennenlernen und aktuelle Materialien anwenden.

Wie es sich für eine Feier gehört, beginnen wir mit einem echten Knaller: einer Lesung des wortgewitzten Autors und Lyrikers Finn-Ole Heinrich (u.a. Räuberhände / Frerk, du Zwerg / Die erstaunlichen Abenteuer der Maulina Schmitt, Trecker kommt mit, Schlafen wie die Rüben).

18:30

VOCATIONS – OPEN SPACE

Songs and vocal practices based on poetry

Kuppelhalle | 4/2 € Tickets

Vocations – open space 2024 organises four evenings of radically open transdisciplinary experiments and collaborations at the interface between music, sound and poetry at silent green Kulturquartier’s event space Kuppelhalle (29.5. / 8.7. / 9.10. / 3.12.). As a meeting place for Berlin’s contemporary poetry and music scenes, Vocations offers an open space to up to twenty artists to perform at any one time, combining a wide variety of musical and vocal practices based on or rooted in poetry.

Dienstag, 9.7.

18:00

Poets‘ Corner in Charlottenburg

Wir werden über die Einfachheit unserer Liebe staunen

Villa Oppenheim, Schloßstr. 55 | Otto-Grünberg-Weg, 14059 Berlin| Eintritt frei 

So alt wie die Gattung selbst: Liebeslyrik. Bis heute erzählt Dichtkunst von den großen Schmerzen und Freuden der Liebe. An diesem Sommerabend teilen wir Kummer und Begehren an einem Ort, der als Archiv und Museum durchaus einige Romanzen erlebt haben dürfte. Unter anderem gibt das Berliner Projekt Lost&Found, das Autor:innen einlädt, poetische Texte zu gefundenen Schwarz-Weiß-Fotografien zu verfassen, Einblicke in seine Edition IN LIEBE VON. Liebe kommt selten ohne Musik aus – auch an diesem Abend begleitet sie uns.

 

 

Mit Tikhonov, Aleksej, Maurin, Aurélie, van Hengel, Willi

Mittwoch, 10.7.

9:00

Poetische Bildung: Tollpatsch Lemmel

Lyrikempfehlungen für Kinder 2024: Lesung der Preisträger:innen

9-12.00 Uhr / Haus für Poesie

Frechdachs und Unschuldslämmchen, den Kopf immer voller Knisches und Kompott! Tollpatsch Lemmel ist eine herzerwärmende Mischung aus Michel aus Lönneberga und den »Chelmer Schildbürgern«. Sechs Gedichte bilden den liebevoll gestalteten Zyklus um Lemmel und seine Rasselbande, die lyrische Bandbreite reicht dabei von gereimter Geschichte bis hin zur Nonsense-Dichtung. Leyb Kvitko, geboren Anfang der 1890er Jahre in der Nähe von Odessa, war bis zu seiner Ermordung einer der federführenden jüdischen Autoren im östlichen Europa. Die Verlegerin und Literaturvermittlerin Myriam Halberstam liest für Klassen aus dem Buch, das dieses Jahr von der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung und dem Haus für Poesie für die „Lyrik-Empfehlungen für Kinder“ ausgewählt wurde, und führt im gemeinsamen Workshop mit Karla Montasser in die Schönheit der jiddischen Sprache ein.

Lesung und Workshop mit Myriam Halberstam und Karla Montasser

19:30

Poets´ Corner in Hohenschönhausen

Drahtseilakte

Cabuwazi-Zirkus, Wartenberger Str. 175, 13053 Berlin | Eintritt frei

Wo sonst Artist:innen akrobatische Kunststücke auf dem Hochseil präsentieren, jonglieren wir an diesem Abend mit Wörtern, und zwar ganz schwindelfrei, bei schönem Wetter neben dem Cabuwazi-Zirkus. Wenn auch keine Zitterpartie, so ist es doch immer ein Spannungsverhältnis, in das Körper und Wort treten, ob während des Akts des Schreibens selbst, oder im Moment des Sprechens und Performens von Text. Worte, die zwischen Sprachen und Körpern springen, die ihre Balance halten oder gekonnt verlieren, sich dehnen, verbiegen oder ganz klein machen: Manege frei für die Poesie.

 

 

Mit Irmey, Mel Manuel, Eckert, Jo, Alum Kollektiv: Casanyes, Mireia, Alum Kollektiv: Marco, Carla

Donnerstag, 11.7.

19:30

Poets´ Corner in Weißensee

can i save time on a hard drive

Brotfabrik, Caligariplatz 1, 13086 Berlin | Eintritt frei

Arbeitende Mütter, alte Liebschaften, diverse Sprachen und ein schlafender Perser geistern durch die Texte des Abends. Klang spielt eine elementare Rolle, um das Abwesende zu beschwören. Ein Wort hallt durch das nächste, eine Sprache schlummert in einer anderen. Herkünfte bleiben als untergründige Schwingungen spürbar. An einigen Stellen tropft Schweigen durch die undichten Stellen der Sprache. Loop Station und Klangobjekte kreieren Atmosphären und lassen Textteile durch den Innenhof der Brotfabrik irrlichtern.

 

 

Mit Hashemi, Thomas, Krasnoper, Inna, Nass, Biba Oskar, Riquelme, Felipe Sáez

Freitag, 12.7.

11:00

Poetische Bildung: Otherness

Preisverleihung und Lesung mit Kevin McLean

11 bis 12.30 Uhr / Silent Green / Kuppelhalle

Wir feiern unser Anderssein! Zum fünften Mal waren Schulklassen aus ganz Deutschland dazu eingeladen, sich im Rahmen eines Wettbewerbs vom British Council und dem Haus für Poesie mit dem Werk einer wichtigen englischsprachigen Gegenwartsstimme auseinanderzusetzen. In diesem Jahr konnten Jugendliche ein Antwortgedicht zu dem Gedicht „The Game“ des schottischen Dichters und Spoken Word Artists Kevin McLean verfassen. Preisverleihung mit viel Poesie und Spoken Word.

 

19:00

Poets´ Corner in Prenzlauer Berg

Stoff aus Luft presents

Haus für Poesie, Knaackstr. 79, 10435 Berlin | Eintritt frei

Was sind Texte abseits der Schriftlichkeit? Wie sind sie gebaut, wie hält man sie fest, und was spricht? Stoff aus Luft ist das erste deutschsprachige Literaturmagazin zum Hören. Ein Magazin, das sich gesprochenen und klangbasierten Texten widmet: Gedichten, Spoken Word und Soundpoetry genauso wie Rap, Liedern oder Hörstücken. Das Magazin wurde 2022 von Josefine Berkholz und Tanasgol Sabbagh gegründet und wird von Fabian Saul musikalisch gestaltet. Gemeinsam mit Poets’ Corner zeigen Stoff aus Luft auf dem poesiefestival berlin 2024 ein Showcase einiger ihrer liebsten Berliner Spoken Word Autor:innen.

 

 

 

Mit Berkholz, Josefine, Mclean, Kevin, Sabbagh, Tanasgol, Saul, Fabian, Taheri, Armeghan, Yamamoto, Ken

Samstag, 13.7.

16:00

Poets´ Corner in Friedrichshain

Wor(l)ding Dreamers

Galerie im Turm, Frankfurter Tor 1, 10243 Berlin | Eintritt frei

Das gemeinsame Schlafen und Träumen ist eine uralte Praxis. In den Schlaftempeln der Antike suchten Kranke in ihren Traumbildern nach Heilung. Und noch heute kann das Liegen im geteilten Raum und in Kontakt mit dem eigenen Körper und der Umgebung eine Grenzerfahrung sein, die uns neue Formen des Wahrnehmens, Erfindens und Begegnens ermöglicht. Mit hooops, die zum kollektiven Mittagsschlaf laden, betreten wir einen Zwischenraum, in dem entspannt und imaginiert werden kann.

Mit Abdullahi, Hannah, hooops Kollektiv, Hühn, Johanna, Imani, Alifiyah, lyonga, hn, Sipho, Savannah, Warsen, Charlotte

Sonntag, 14.7.

15:00

Poets´ Corner im Hansaviertel

Lesungen im Buchengarten

Akademie der Künste, Hanseatenweg 10, 10557 Berlin | Eintritt frei

Unter dem rauschenden Blätterdach der alten Buche, die diesem wunderschönen und traditionsreichen Festivalort seinen Namen gab, lesen im Buchengarten der Akademie der Künste einige der Lyriker:innen der Sektion Literatur der Akademie ihre Gedichte für uns: Volker Braun, Ann Cotten, Ulrike Draesner, Ursula Krechel, Monika Rinck und Kathrin Schmidt.

 

Mit Braun, Volker, Cotten, Ann, Draesner, Ulrike, Krechel, Ursula, Rinck, Monika, Schmidt, Kathrin

Montag, 15.7.

18:00

Poets´ Corner in Marzahn

wir erkunden die stunden des tages wie fremde planeten

Performance des U8 Kollektivs: 15 – 16 Uhr

Bezirkszentralbibliothek Mark-Twain, Marzahner Promenade 54 / 55, 12679 Berlin | Eintritt frei

Wir folgen poetischen Spuren und Verweisen auf Vergangenes und Kommendes und beobachten sie, wie sie entstehen und wachsen: Das U8 Kollektiv tritt mit seinen Aktionen in den direkten Dialog mit seiner Umgebung. Es legt lyrische Kreide-Texte an, die im Stadtraum, auf der Straße und auf Plätzen auf Resonanz stoßen, verschiedene Perspektiven ermöglichen, nah- und erfahrbar bleiben, bis zum nächsten Regenschauer. So flüchtig diese auch sein mögen, führen sie uns zu weiteren lyrischen Ansätzen, die ab 18 Uhr im Rahmen einer Lesung den Abend fortführen.

Mit Ruget, Maud, Klösel, Patrick, Koranda, Raphael

19:30

The Book of Conrad

There is NO noun a verb can’t cure

Haus für Poesie | 7/5 € Tickets

Der Film „The Book of Conrad“ (Delinquent Films 2016) von Belinda Schmid und David Welch folgt dem/der Dichter:in CAConrad dorthin, wo they aufwuchs, ins ländliche Amerika, in eine Kleinstadt in Pennsylvania. Boyertown ist ein kleiner Ort, in dem Rassismus und Homophobie vorherrschen.

 

 

Mit CAConrad

Dienstag, 16.7.

17:30

POESIEGESPRÄCH: Marianna Kijanowska und Oksana Maksymchuk

so that tomorrow they be not all forgotten

Atelierraum | 7/5 Tickets

Mit Marianna Kijanowska und Oksana Maksymchuk begegnen sich zwei ukrainische Dichterinnen, die auf je unterschiedliche Weise über Gewalt und Krieg schreiben.

Mit Kijanowska, Marianna, Maksymchuk, Oksana

19:30

WRITING CHANGE

In The Gifted Dark

Kuppelhalle | 9/7 € Tickets

Writing Change präsentiert vier Dichter:innen, die als trailblazer in ihren Sprachräumen ganz eigene, neue und dabei sehr unterschiedliche Wege des Ausdrucks suchen:

Mit Dragičević, Nina, Ēcis, Kirilis, Hyun, Kim, Sigurðardóttir, Ásta Fanney

Mittwoch, 17.7.

17:30

POESIEGESPRÄCH: KIRILS ĒCIS & ÁSTA FANNEY SIGURðARDÓTTIR

es sei denn die wörter trügen samen

Atelierraum | 7/5 € Tickets 

In diesem Poesiegespräch treffen zwei Generationen aufeinander: Mit Kirils Ēcis (geboren 2000 in Riga) der jüngste Dichter des internationalen Abendprogramms und Ásta Fanney Sigurðardóttir (geboren 1987 in Reykjavik) eine der wichtigsten Stimmen der isländischen Lyrik. Beide vereint in ihrer poetischen Praxis die Lust am Experiment und der Einsatz unterschiedlicher künstlerischer Disziplinen.

Mit Ēcis, Kirilis, Sigurðardóttir, Ásta Fanney

19:30

WRITING IDENTITIES

when gender blurs in a poem my world sets a tooth in the gear

Kuppelhalle | 9/7 € Tickets

Writing Identities stellt vier Dichter:innen aus unterschiedlichen Ländern ins Zentrum, die aus klassischen Geschlechterrollen ausbrechen und dafür eine innovative Sprache finden. Mit großer Imaginationskraft schaffen sie neue Ausdrucksmöglichkeiten für marginalisierte Perspektiven und Erfahrungen und hinterfragen gewohnte Muster, Zuschreibungen, Repräsentations- und Inszenierungsweisen, Wahrnehmung und Deutungsmacht.

Mit CAConrad, February, Logan, Giles, Harry Josephine, Jeschke, Lisa

Donnerstag, 18.7.

16:00

POESIEGESPRÄCH: HARRY JOSEPHINE GILES

Addressing My Transsexuality To The Bird

Atelierraum | 7/5 € Tickets

Harry Josephine Giles (geboren 1986 auf Orkney) ist Dichterin, Performerin und Slam Champion. In ihrem vielfach ausgezeichneten Werk sprengt sie Gattungsgrenzen und vermischt Genres. Dabei dekonstruiert sie antike Mythen oder erneuert, auf den Spuren von Ursula K. Le Guin, SciFi-Erzählkonventionen durch ein genderfluides Personal, zuletzt etwa in dem Versroman Deep Wheel Orcadia (Picador 2021), den sie im Orkney-Dialekt verfasste. Ein sinnliches Erlebnis, das sich zunächst nur vom Klang her erschließt: „The chime o the tannoy is whit taks her back, / fer hid isno chenged, nae more as the wirds / summoan her tae the airlock: her wirds / at sheu isno heard fer eyght geud year.“

Mit Giles, Harry Josephine

18:30

POESIEGESPRÄCH: Yang Lian & Jan Wagner

Nacht im Palast der Mücken

Atelierraum | 7/5 € Tickets 

Yang Lian und Jan Wagner sind zwei der renommiertesten Dichter ihrer Sprachen. Seit fast zehn Jahren kennen sie sich und übersetzen einander gegenseitig. Sie präsentieren ihre Gedichte auf wechselseitig Chinesisch und Deutsch, sprechen über ihre Zusammenarbeit, über die Schwierigkeiten, Gedichte in eine andere Sprache, eine andere Kultur zu übertragen, und über die Kraft solcher Nachdichtungen, wenn sie gelingen.

Mit Lian, Yang, Wagner, Jan

19:30

WRITING CLASS

You can´t poet this

Kuppelhalle | 9/7Tickets

Writing Class setzt sich auseinander mit Klassismus, der im deutschsprachigen Literaturdiskurs des letzten Jahrzehnts vor allem mit Bezug auf verschiedene Formen des biografischen Essays besprochen wurde. Erstmals bringen wir an diesem Abend einige Positionen der in der internationalen Poesie ebenfalls seit Jahren stattfindenden Auseinandersetzung mit Klassismus auf die große Bühne. Eingeladen wurden vier Dichter:innen, die auf sehr unterschiedliche Weise dichterisch mit dem Thema umgehen:

Mit Dianišková, Veronika, Lock, Fran, Petrović, Radmila, Xiaoqiong, Zheng

Freitag, 19.7.

15:30

POESIEGESPRÄCH: Hwang Yuwon & Kim Hyun

Blätter für zwei Personen

Atelierraum | 7/5 € Tickets

Zwei aufregende Stimmen aus Korea sind in diesem Poesiegespräch zu entdecken: Beide sind Lyriker, die sich in ihrem Schreiben einfachem Entziffern entziehen und eintauchen in schönste, dichteste Verwirrung.

Mit Yuwon, Hwang, Hyun, Kim

17:30

POESIEGESPRÄCH: ANNEKE BRASSINGA & ERIK LINDNER

Alles, was Liebe ist, gehört aufgehoben

Atelierraum | 7/5 Tickets

„Schreiben, und gewiss das Schreiben eines Gedichts, ist dasselbe wie Übersetzen, nur in umgekehrter Reihenfolge: ein behutsames Tasten nach dem klopfenden Herzen des eigenen Textes“, schreibt Anneke Brassinga (geboren 1948 in Schaarsbergen), „Sprachmagierin“ (Rob Schouten) der niederländischen Poesie. Zum Schreiben kam Brassinga durch das Übersetzen – unter anderem von Beckett, Diderot, Nabokov und Plath – und einem daraus resultierenden „Überschuss an verbaler Energie“, der 1987 im Lyrikdebüt „Aurora“ (De Bezige Bij) mündete. Seitdem erschienen zahlreiche Gedichtbände, Prosa und Essays und 2016, unter dem Titel „Fata Morgana, dürste nach uns!“, bei Matthes & Seitz die gesammelten Gedichte in deutscher Übersetzung von Ira Wilhelm und Oswald Egger. Brassingas Gedichte zeichnen sich durch einen feinfühligen Umgang mit der lebendigen „unsichtbaren Substanz“ des Gedichts aus, durch Neologismen, in Vergessenheit geratene Wörter, skurrile Komposita.

 

Mit Brassinga, Anneke, Lindner, Erik

19:30

WRITING HISTORIES

There’s hardly time for the business of poetry

Kuppelhalle | 9/7 € Tickets

Wie schreibt sich Geschichte in die Dichtung ein – und wie gehen Dichter:innen mit Spuren kollektiver oder individueller Erinnerung um, wenn sie sich mit den transgenerationalen Traumata ganzer Gesellschaften beschäftigen? Was passiert in der poetischen Arbeit mit historischen Quellen und wie verändert die Imaginationskraft der Poesie dabei die Erfahrbarkeit von Geschichte? Writing Histories stellt vier Dichter:innen vor, die in ihren Texten tief in die Geschichte zurückgehen und ihre vielfältigen Auswirkungen bis in die Gegenwart hinein ergründen.

Mit Kandé, Sylvie, Kijanowska, Marianna, Uribe, Sara, Vlada, Miruna

Samstag, 20.7.

13:00

Lesungen im Grünen

13 – 18.30 Uhr | Außenbereich silent green | Eintritt frei

Herzstück des Festivals vor sommerlicher Kulisse im Grünen: Das sind unsere 40 Lesungen am letzten Festivalwochenende im Garten des silent green. Auf der Wiese vor dem Altbau könnt ihr am Samstag und Sonntag von 13 bis 18.30 Uhr mit einer Limo oder einem Bier in der Hand Poesie von Geheimtipps und preisgekrönten Dichter:innen hören und gemeinsam neue Texte entdecken.

13:00

Lyrikmarkt

13 – 19 Uhr | Außenbereich silent green | Eintritt frei

Dieses Jahr schon am Samstag des letzten Festivalwochendes: Unser Lyrikmarkt. Vierzig Verlage und Magazine aus Deutschland, Österreich und der Schweiz präsentieren unter lauschigen Bäumen sowie im Innenhof des silent green ihre Publikationen und bieten sie direkt zum Kauf an. Beim Stöbern lässt man sich von Verleger:innen persönlich beraten und kommt an vielen Ständen auch direkt mit seinen neuen Lieblingsdichter:innen in Kontakt.

15:00

POESIEGSPRÄCH: KAYO CHINGONYI & FRAN LOCK

repair was a form of resistance

Atelierraum | 7/5 € Tickets 

In diesem Gespräch begegnen sich zwei der gegenwärtig gefeiertsten und eigensinnigsten Dichter:nnen der britischen Poesieszene:

Fran Lock (geboren 1982) schreibt im emphatischen Sinne politische Gedichte, die unmittelbar am Körper ansetzen und sich wie komprimierte Essays lesen, in denen sich Gedanken überschlagen. Eines davon ist eine spätkapitalistische Suada, die dem früh verstorbenen Dichter Sean Bonney als Trost zugeeignet ist; in ihr wird der Hoffnung Ausdruck gegeben, dass irgendwo eine Sprache existiere „für Bedingungen und die gedankenlose Endlichkeit der Angst“. In einem anderen Text erwägt Lock die Möglichkeit einer „Reparatur“ als Praxis des Widerstands, gleichzeitig stellt sie existenzielle Fragen an den Vorgang des Schreibens selbst: „wenn das schreiben mich weder weiter von meinem schmerz entfernt noch näher an meinen tod bringt, wo und wann ist dieses schreiben dann aber innerhalb des schmerzes, innerhalb des todes?“

Kayo Chingonyis (geboren 1987 in Mufulira, Sambia) frühe Gedichte erzählen vom Heranwachsen in einer Satellitenstadt nördlich von London, einer Initiation in Abwesenheit der „ursprünglichen Kultur“ (so der Autor in einer Vorbemerkung). Es geht um den Einfluss von Musik („Die Lieder, die wir hören wollten, / existierten auf Kassetten von Piratenradiosendungen / oder dem ersten Knistern von Vinyl“, die Farbe von James Browns Schrei und die Anfänge als „Garage Emcee“, bis das Auftauchen von Eminem alle Pläne ruinierte. Die neueren Gedichte führen von Sambia über Leeds nach London, sie entwerfen eine Genealogie der eigenen Familie, die bis zur schwangeren Urgroßmutter zurückreicht. Gleichzeitig wird in einem kurzen, sehr intimen Sonettzyklus von der Geschichte der Entstehung und Ausbreitung des Aids-Virus berichtet, dem die Eltern des Dichters zum Opfer fielen.

Mit Lock, Fran, Chingonyi, Kayo

15:00

BEST OF ZEBRA 2023

15 – 17 Uhr | Kino Betonhalle | Eintritt frei

25 Jahre poesiefestival berlin, 20 Jahre ZEBRA Poetry Film Festival! Wir zeigen Highlights des letzten Jahrgangs. Die Poesiefilme beziehen Gegenpositionen zu Gewalt, Rassismus, Krieg und Propaganda. Sie stellen unangenehme Fragen zum Umgang mit Geflüchteten und politisch Andersdenkenden, zu Umweltzerstörung und Waffengewalt. Düster, zärtlich, sperrig und auch witzig. Sie feiern kleine Siege über die scheinbar alternativlosen Ordnungen der Welt. Die Gedichte der Poesiefilme stammen u. a. von Simon Armitage, Natalla Arsieńnieva, Ariane von Graffenried, Sawako Nakayasu, Raisa Troianker/Zgadka Volodymyr Sosiura und Zhai Yongming.

17:00

POESIEGESPRÄCH: TERRANCE HAYES

Things will get less ugly inevitably hopefully

Atelierraum | 7/5 € Tickets

Terrance Hayes (geboren 1971 in Columbia, South Carolina) ist einer der großen Namen zeitgenössischer US-amerikanischer Poesie. Sieben Gedichtsammlungen liegen vor, darunter „Lighthead“ (Penguin Books 2010), Gewinner des National Book Award für Lyrik, und „American Sonnets for My Past And Future Assassin“ (Penguin Books 2018), ein Sonettenkranz,  begonnen nach Donald Trumps Wahl zum US-Präsidenten, in dem Hayes, geprägt von Wanda Coleman, den Sonett-Container voller Wendungen und spielerischer Doppeldeutigkeiten aufbricht: „I lock you in an American sonnet that is part prison, / Part panic closet, a little room in a house set aflame.“ Auch in seinem neuesten Band „So To Speak“ (Penguin Books 2023) aktualisiert Hayes rigide poetische Formen wie Sonette, Ghaselen und Sestinen, stellt in Lehrgedichten wie „DIY Sestine: What Does This Piece Remind You Of?“ dem eigenen Text eine tabellarische Mustervorlage für das Schreiben von Bildbeschreibungen in Sestinenform voran. Den Widerstand gegen die vorgegebenen formalen Zwänge und Normen macht Hayes dabei auch inhaltlich produktiv. Vielfach collagiert er Stimmen und Erfahrungen Schwarzer Künstler:innen und afroamerikanischer Geschichte und verbindet poetisches Potential mit der Erforschung des Selbst: „If you see suffering’s potential as art, is it art or suffering? / If you see life’s potential as art, is it artful or artificial living?“

Mit Hayes, Terrance

19:00

WELTKLANG

Nacht der Poesie

Betonhalle | 15/10 € inkl. Anthologie Tickets

Zum 25. Mal feiern wir in diesem Sommer eine Nacht der Poesie in Berlin. Über die erste Ausgabe, die im Jahr 2000 am Potsdamer Platz stattfand, wird in den Annalen der Hauptstadtpresse kolportiert, sie sei in einen Einbruch sommerlicher Schafskälte gefallen, es sei viel zu dunkel geworden, um in der Anthologie mitzulesen, und dennoch habe ein begeistertes Publikum bis zwei Uhr morgens durchgehalten.

Anders als in dieser mythischen Gründungsnacht zur Jahrtausendwende gibt es bei Weltklang inzwischen nicht nur warme Räume und Leselampen. Seit dem Jahr 2023 erscheinen deutsche und englische Übersetzungen aller gelesenen Gedichte in einer traditionell exklusiv zur Veranstaltung erscheinenden Anthologie.

Die an diesem Abend auftretenden acht Dichter:innen aus unterschiedlichen Teilen der Welt lesen und performen in den jeweiligen Originalsprachen und zeigen, welche Intensitäten Poesie nicht nur in der stillen Lektüre, sondern im gesprochenen Wort, in der Konzentration einer dichterischen Stimme erzeugen kann.

Mit Brassinga, Anneke, Chingonyi, Kayo, CAConrad, Ekhtesari, Fatemeh, Yuwon, Hwang, Kandé, Sylvie, Kijanowska, Marianna, Vlada, Miruna

Sonntag, 21.7.

13:00

Lesungen im Grünen

13 –18.30 Uhr | Außenbereich silent green | Eintritt frei

Herzstück des Festivals vor sommerlicher Kulisse im Grünen: Das sind unsere 40 Lesungen am letzten Festivalwochenende im Garten des silent green. Auf der Wiese vor dem Altbau könnt ihr am Samstag und Sonntag von 13 bis 18.30 Uhr mit einer Limo oder einem Bier in der Hand Poesie von Geheimtipps und preisgekrönten Dichter:innen hören und gemeinsam neue Texte entdecken.

15:00

POESIEGESPRÄCH: MARÍA NEGRONI & SARA URIBE

die vollkommenheit der kaputten worte

Atelierraum | 7/5 € Tickets

Zwei herausragende lateinamerikanische Dichter:innen aus zwei Generationen: Auch wenn die Gedichte der Argentinierin María Negroni (geboren 1951 in Rosario) und der Mexikanerin Sara Uribe (geboren 1978 in Querétaro) sich stark unterscheiden, stellen sie doch beide ähnliche Fragen.Was bedeutet es heute, ein Gedicht zu schreiben? Mit welchen Mitteln begegnen wir Wörtern, die ja stets auf eine Realität verweisen, wenn eben jene längst brüchig und trügerisch geworden ist?

Mit Negroni, María, Uribe, Sara, Bolte, Rike

17:00

POESIEGESPRÄCH: FATEMEH EKHTESARI & MARIAM MEETRA

mein Name: drei Punkte

Atelierraum | 7/5 € Tickets

Die Dichterinnen Fatemeh Ekhtesari und Mariam Meetra teilen die Erfahrung des Exils, die Flucht aus einem System, das insbesondere Frauen unterdrückt: Nachdem sie zu elfeinhalb Jahren Gefängnis und 99 Peitschenhieben verurteilt wurde, floh die Dichterin, Autorin und Aktivistin Fatemeh Ekhtesari (geboren 1986 in Kaschmar, Iran) aus ihrer Heimat und lebt seit 2017 in Norwegen. Dort veröffentlichte sie zwei zweisprachige Bände, زنده نمی مانیم  / Vi overlever ikke (TransFe:r 2020, übersetzt von Nina Zandjani) und زن نیست  / Hun er ikke kvinne (Aschehoug 2022, übersetzt von Fatemeh Ekhtesari, Mohammad M. Izadi, Johanne Fronth-Nygren). Fatemeh Ekhtesari gehört dem Postmodernen Ghasel an, der radikalsten poetischen Bewegung der iranischen Gegenwartsliteratur. In ihren Gedichten aktualisiert sie traditionelle Formen persischer Poesie, wie die Ghasele, im Kontext der sozial und politisch gewaltvollen Gegenwart des Iran.

Die Dichterin Mariam Meetra (geboren 1992 in Baghlan, Afghanistan) beschreibt in ihrem ersten Gedichtband in persischer und deutscher Sprache, Ich habe den Zorn des Windes gesehen (Wallstein Verlag 2023 deutsche Übersetzung: Ali Abdollahi, Susanne Baghestani, Sylvia Geist und Kurt Scharf) die Zerrissenheit im Exil: eine Befreiung von den Reglementierungen der afghanischen Gesellschaft einerseits, Sehnsucht nach Kabul und ein Gefühl der Entwurzelung andererseits. Als Leitmotiv zieht sich der Wind als Sinnbild dieser Ambivalenz durch die Gedichte: „Der Wind schneidet mir die Wurzeln ab / Und bläst sie dahin wo er will / Er pflanzt sie in die Brust langer Winter / In Gärten ohne Sonnenschein“.

Mit Ekhtesari, Fatemeh, Meetra, Mariam

19:00

BERLINER REDE ZUR POESIE 2024 – TERRANCE HAYES

Introduction to an Illustrated Timeline of Poetic Influence The Poetics of Context, Text, and Subtext

Kuppelhalle | 9/7 € Tickets

„Reading is a mix of telepathy and time travel. […] I consider my life evidence. My life is made possible because of my writing, but my writing is made possible because of my reading.“ In „Watch Your Language“ spricht nicht nur der Dichter, sondern auch und vor allem der Poesie-Enthusiast Terrance Hayes (geboren 1971 in Columbia, South Carolina). In Kurzessays, Illustrationen, Gedichten, Schaubildern und Spielanleitungen zeichnet Hayes seine Lesebiografie nach und fordert zur Wachsamkeit gegenüber Sprache auf. Dadurch legt er sowohl einen möglichen Abriss der amerikanischen Poesie des letzten Jahrhunderts vor als auch eine glühende Hommage an die Schriftsteller:innen, die er verehrt – James Baldwin, Gwendolyn Brooks, Wanda Coleman und Yusef Komunyakaa, um nur einige zu nennen. Seine Vorbilder bedenkt Hayes dabei nicht mit spröden biografischen Ausführungen, sondern mit eklektischen, vor poetischem Einfallsreichtum überbordenden Portraits. Im Essay über Russell Atkins etwa heißt es: „Art should encourage expenditures of beasts buried with candelabras burning elaborately underground.”

Mit Hayes, Terrance